Jetzt im Kino: KEINE ZEIT ZU STERBEN

Nach Ansicht des neuen Bond-Films wird mir klar, weshalb dieser Film so oft verschoben wurde. Corona, jaja, pikant aber ist die Tatsache, dass die Gefahr in KEINE ZEIT ZU STERBEN von einem waffenfähigen Virus ausgeht!
Stellen Sie sich mal die Presse vor, wenn Kinobesuche zu „Superspreader-Events“ von Covid-19 geworden wären.
Andererseits: Was hätte Kinokönig William Castle seinerzeit draus gemacht! Schlagen Sie den bitte nach. Der Mann hat bei Vorführung seiner Horrorfilme Elektroschocker in den Kinositzen angebracht. Damit sein Publikum so realistisch wie möglich vom Film traktiert wird! Alles für die PR.

Keine Zeit zu schwafeln

 

Aber Sie wollen wissen, wie der neue Bond nun ist. Er ist gut, aber ich habe die Nacht nach der Pressevorführung damit verbracht, mich im Bett herumzuwälzen und die Handlung zu verstehen. Er ist komplex und wie immer kaum logisch, aber ich versuch’s:

James Bond (Daniel Craig) hat (wie am Schluss von SPECTRE gesehen) dem Dienst entsagt und macht sich mit seiner Partnerin Madeleine Swann (Léa Seydoux) schöne Tage in Italien. Als ihm dort ein Killerkommando auflauert, macht er prompt Schluss mit Madeleine. Denn Bond glaubt, sie habe ihn verraten, Liebe hin oder her, sie ist ja schließlich die Tochter von SPECTRE-Größe Mr. White.

Bond in Rage: Ferien vermiest. Ist die Frau links im Bild schuld?

 

In Folge taucht Bond mal wieder völlig ab und führt ein frugales Fischer-Fitness-Leben auf Jamaica. Dort spüren ihn trotzdem CIA-Mann Felix Leiter (Jeffrey Wright) sowie die neue 007-Agentin Nomi (Lashana Lynch) auf.
Denn es sind fünf Jahre vergangen und ein Debakel ist passiert: Ein von M (Ralph Fiennes) in Auftrag gegebenes Waffen-Virus ist aus dem Londoner Labor gestohlen worden und wird auf teuflische Weise so modifiziert, dass es zur Massenvernichtung taugt.

Das Virus ist in den Händen des irren Lyutsifer Safin (Rami Malek darf den gesichtsvernarbten Bond-Bösewicht spielen), der damit die Welt bedrohen will. Bond und Nomi, das CIA und Q (Ben Whishaw) sind in der Pflicht, das Virus zu zerstören, und machen dabei Zwischenstopps in Norwegen und auf Kuba, wo Bond die kesse Agentin Paloma (Ana de Armas) zu Hilfe kommt. Und dann ist da noch der inhaftierte Blofeld (Christoph Waltz), der auch mitspielen möchte!

„Mind telling me what’s going on, James?“ – „Well, I haven’t got the faintest.“

Keine Zeit zu verstehen

 

Wer hier gegen wen arbeitet und aus welchen Beweggründen, das ist knifflig und wird Ihnen Kopfschmerzen bereiten. Lyutsifer folgt eigentlich einem Racheplot gegen Blofeld und SPECTRE, will aber irgendwie noch mehr (wo er einmal einen Lauf hat).

Blofeld verfolgt seinen Racheplot gegen Bond, ist aber nicht im Bilde, was wirklich läuft. Madeleine ist als Kind von Lyutsifer gerettet worden (was keinerlei Sinn ergibt, was geschah denn bitte danach?) und steht nun zwischen diesem „Teufel in Menschengestalt“ und dem alten Arbeitgeber ihres Vaters, der Bande von SPECTRE.

Und schließlich hat Madeleine nun eine Tochter namens Mathilde, was den Zeitsprung von fünf Jahren erklärt, den wir zu Beginn von Italien nach Jamaica unternehmen. Einziger Grund für diesen Zeitsprung ist die Tochter, die natürlich eine dramaturgische Funktion erhält.

Weiter verrate ich nichts von der Handlung, denn das Ende ist befriedigend und schön. Ich hab es gemocht.

007 ist bereits ersetzt durch eine neue 007: Lashana Lynch als Agent Nomi. Macht sie weiter?

Keine Zeit zu pinkeln

 

Unterhaltsam ist der neue Bond. Kurzweilig ist er. Die über zweieinhalb Stunden fühlen sich nicht so an. Wer eine schwache Blase hat, trete aus zum Vorspann (der kommt erst nach 20 Minuten oder so und ist das Schwächste am Film).
Herrje, die Vorspannsequenzen waren mitsamt ihrer Titelsongs mal Highlights. Diesmal interpretiert Billie Eilish ein austauschbares Reizwort-Gesäusel, dazu zeigt man uns Filmmotive in beliebig wirkenden CGI-Montagen.
Ab auf die Toilette! Danach werden Sie es doch wohl zwei Stunden anhalten können, oder?

Auch diese Bürobesatzung um Moneypenny, M und Tanner hält seit mindestens zwei Stunden an.

Keine Zeit zu komponieren

 

Apropos Gesäusel: Soundtrack und Score besorgt Hans Zimmer, der sich jedoch auf Emotions-Untermalungshäppchen beschränkt und ansonsten die Werke seiner Vorgänger plündert. Das geht völlig in Ordnung, passt auch zum nächsten Programmpunkt:

Keine Zeit zu experimentieren

 

Die Regie von Cary Joji Fukunaga ist konventionell im  besten Sinne. Landschaften, Geräte und Menschen werden malerisch abgefilmt, die Action wird rasant, aber nachvollziehbar inszeniert.
Da hatten wir in der Craig-Phase Schlimmeres (s. Marc Forsters EIN QUANTUM TROST), aber auch Besseres (s. Sam Mendes‘ SPECTRE – den ich in seiner artifiziellen Anmutung sehr mochte; ein Kollege verwendete den Begriff „kristallin“).

Hingewiesen sei noch auf die Mitwirkung der Autorin Phoebe Waller-Bridge (FLEABAG, KILLING EVE) am Drehbuch. Ihr Humor bringt hier und da einen frischen Farbtupfer auf die Leinwand, auch wenn das eigentlich gegen die Konsistenz eines Bond-Stoffes arbeitet.
Beispielhaft die Casino-Sequenz auf Kuba, wo Paloma einen irrlichternden Charakter präsentieren darf – das Ganze aber in einer Action-Zirkusnummer endet und somit solche Innovationen teilweise wieder negiert.

Ana De Armas als Agentin Paloma sorgt für Wirbel.

Keine Zeit zu zählen

 

Irgendein Bond-Fan ist bestimmt bald so fleißig, all die Referenzen und Rückverweise, Zitate und Anspielungen auf die bisherige Bond-Geschichte aufzulisten. KEINE ZEIT ZU STERBEN präsentiert eine Menge Hommagen an das eigene Franchise, die auffälligsten sind die Bezüge auf Motive und Themen aus IM GEHEIMDIENST IHRER MAJESTÄT, dem geschmähten Lazenby-Bond, inklusive dem Louis-Armstrong-Klassiker „We have All the Time in the World“ (den Stammkomponist John Barry für den Film schuf!).

Als Schmankerl zum Schluss gibt es natürlich den Bond-Trailer PLUS (im Anhang) eine Inhaltszusammenfassung von NO TIME TO DIE, gepostet auf der englischen Wikipedia-Seite. Stand 29. September 2021, 13 Uhr mittags.
Das ist einen Tag vor Kinostart und einen Tag nach der Pressevorführung.
Um 13.30 Uhr war der Eintrag auch schon verschwunden. Ich poste die Urfassung hier für die Ewigkeit,– denn er beschreibt einen völlig anderen Film.
Faszinierend! Ist das eine geleakte alte Drehbuchfassung?

 

Wer noch lesen möchte, wie KEINE ZEIT ZU STERBEN mal angedacht war, liest noch diesen Anhang (es wird darin auch garantiert nichts gespoilert – weil der Film nicht mehr so läuft).

„No Time to Die“ – Plot

 

In 1998, a Noh masked armed man leads a group of assassins to invade the house of Mr. White in order to kill him as revenge for the latter killing his family. The masked man kills Mr. White’s wife in front of him, and, injures him. However, before he can kill Mr. White, young Madeliene Swann uses her father’s pistol to shoot the masked man, revealing his disfigured face.

The masked man pursues the girl to a frozen lake, into which Swann jumps and the man saves her instead of killing her. He escapes with his assassins, and, Swann returns to her father. Together ,they mourn on the mother’s death.

23 years later, in 2021, James Bond leads his retirement life with Swann at Jamaica yet he is haunted by his past memories from MI6. At a nightclub, he reunites with Felix Leiter who asks for Bond’s assistance in a new mission; find scientist Valdo Obruchev who has gone missing. Bond refuses, and, encounters a woman who leads him back to his household.

There, she reveals herself to be the new 00 agent Nomi and she offers him to return. Bond refuses again yet states he would think on it. A day later, Bond and Swann are having a romantic vacation at Matera, in which Bond asks her to marry him to which she agrees. However, they are then attacked by a group of assassins whom Bond defeats using his Aston Martin DB5.

Bond decides to return to London, but not before Swann tries convincing him she would not think of betraying him. In London, Bond returns to the MI6 and M, Tanner and Q tell him that the assassins he encountered in Italy were led by a military mercenary named Primo. Afterwards, Bond decides to interrogate Ernst Stavro Blofeld, who is imprisoned. Before he can enter, he sees Swann and confronts her.

While interrogating Blofeld, Bond learns that Swann keeps a secret from him which Blofeld uses to taunt Bond, saying it would destroy him. Bond confronts Swann and pleads her to return to Jamaica. She refuses, enraging Bond yet she decides to reveal her secret.

She tells him again of the attempted assassination against her father at the hands of SPECTRE and reveals that her father once killed a family of a man named Safin, who seeks revenge for his family’s death. After failing to kill White, he aims himself to kill her. After MI6 fails to find any information of Safin, Bond is sent to a prom charity event located at Havana, where he meets Felix’s CIA protege Paloma who guides him through the prom event and tells the CIA has recently learnt that Obruchev was abducted by Primo, who is connected to Lyutisifer Safin, which the CIA considers him a most-wanted terrorist.

The two are attacked by assassins again, and together with Nomi’s assistance they defeat them. Nomi tells them that her mission was to rescue Obruchev from Primo and his men in his lab at Europe, but she was attacked. Meanwhile, at the safe house in London, Swann meets Safin who threatens to kill Bond if she won’t come with him. Broken by her secret and Safin’s manipulation on her, Swann tearfully agrees. Bond returns to the safe house, and finds Swann missing. Enraged, he soon learns it was Safin taking her.

Bond once again interrogates Blofeld on Safin, which Blofeld seems to hate and tells that Safin was originally an assassin of SPECTRE until he defected. As punishment for his defection, Safin was facially disfigured by a nerve agent. Blofeld then taunts Bond with Swann and Bond beats him. Returning to MI6’s intel office, Bond, M, Nomi, Tanner, Q and Nomi are learning from the CIA that Safin uses Obruchev’s nanobot bioweapon to turn key military people and world leaders to become his weapons.

Bond recalls Paloma’s words that Safin is said to be located at the North Atlantic. Flying an armed advanced seaplane, Nomi and Bond find an island with submarine pen in the North Atlantic. At Safin’s island, they are attacked by an army of guards and assassins which they later defeat. Following Safin’s Noh mask on the telescreens, Bond and Nomi find a large science complex and together they learn he uses Obruchev’s technology to wage war.

Nomi is attacked by Primo and his army, while Bond follows Safin’s mask telescreens until he finally reaches to Safin in his lair. Safin explains his motives and later reveals his ultimate plan is to create oblivion for mankind by killing state enemies across the globe and turn the world leaders into his own weapons in order to replace the United Nations‘ role on world domination. Safin takes Bond with him to a tour at his base, leading him to the exotic poison gardens he has, in which he kills several scientists for failing him. Bond later attacks his guards, and Safin escapes but not before he activates Obruchev’s system to begin his plan.

Bond later finds Swann freed and they reunite with Nomi to destroy Safin’s island base, hoping to stop his plan. M tells them to retreat while Bond refuses. Fighting their way into Safin’s lab facility, they plant bombs which they detonate and manage to destroy most of Obruchev’s weapon. The trio later escape soon as Safin’s base is completely destroyed and learn they are in Norway.

Bond and Swann follow Safin’s helicopter while Nomi, with her Aston Martin Valhalla, backs them soon as Safin’s army attacks them. After the chase, they use the seaplane to follow Safin. Bond and Nomi then find a little girl named Matilda with Swann at the plane, which Swann tells them it is a child Safin grew as his clone of Swann after a failing attempt to create more clones for his legacy.

They reach to Scotland, in which Safin crashes their plane into Cairngorms National Park. There, Safin lands with his army to find and kill Bond and the others, leading to a lengthy destructive battle. During the battle, Safin tells Bond that his plan is already happening and that several countries already opened in a war. After a gunfight, Bond surprises Safin and the two fight. Primo is killed by Nomi and Swann. Safin then taunts Bond who overpowers the former and defeats him. At the helicopter, Bond disarms Obruchev’s technology with Safin’s trigger. Safin later tries to kill Matilda, but Swann shoots him and he is taken into custody for his crimes.

In the aftermath, Blofeld is freed by a SPECTRE agent in his prison facility. Safin asks for freedom, yet Blofeld leaves him. Bond and the others are welcomed by the MI6 as heroes. Swann decides to join the MI6 and raise Matilda as her and Bond’s daughter.

 

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