Tillmann schaut: THE EXPANSE

Da hab ich nicht schlecht gestaunt: eine Science-Fiction-Serie, die so gut wie „Star Wars“ aussieht. Vergesst alle Trek-Serien, vergesst Babylon 5 und V-Die Besucher, vergesst selbst Battlestar Galactica und Killjoys. THE EXPANSE sieht irrwitzig gut aus! Gleich nen Trailer? Bitteschön:

[Obwohl Battlestar auch geil gemacht war, bis die späteren Staffeln zu Grütze versuppten.]

Die Erde 200 Jahre in der Zukunft. Die Menschheit hat sich in drei konkurrierende Fraktionen aufgespalten: Erstens die Terraner („Earthers“), die vereint als irdische Nation in relativem Luxus leben, sie verfügen über natürliche Ressourcen. Zweitens die Marsianer („Martians“), die als Aussiedler den roten Planeten urbar gemacht haben, aber in künstlicher Umgebung leben müssen, dafür technisch fortgeschritten sind. Drittens die Gürtler („Belters“), die als Prekariat im Versorgungsgürtel zwischen den Planeten leben, die Drecksarbeit erledigen und meist krank vom Leben in der Schwerelosigkeit sind.

Das ist aber nur das Hintergrundrauschen, das unsere Hauptfiguren begleitet. Denen folgen wir hautnah und erleben, was sie erleben, ohne den größeren Zusammenhang zu checken. Das macht THE EXPANSE kompliziert, aber eben auch spannend. Zudem laufen drei Handlungsstränge parallel bis zum Ende der ersten Staffel, wo sich die Fäden kreuzen.

Plot 1: Der Gürtel-Cop Miller erhält den Auftrag, die rebellische Tochter eines schwerreichen Industriellen aufzuspüren. Julie Mao ist davongelaufen und kämpft für die revolutionäre Sache der Gürtler. Miller verfolgt ihre Spur über mehrere Stationen und entdeckt, dass sie sich zum Außenposten Eros aufgemacht hat.
Dieser Handlungsstrang erinnert an „Blade Runner“, Miller wird dargestellt von Thomas Jane. Eine Besetzung, die ich leider infrage stellen muss. Miller ist lächerlich (und das ist ihm auch klar), dennoch wirkt die Darstellung schief und prätentiös. Der Rest des Casts ist dagegen großartig.

Thomas Jane als Detective Miller — (Foto: Steve Wilkie/Syfy).

Plot 2: Der Terraner Holden verdingt sich ehrgeizlos seinen Sold auf einem Industrieschiff, das Wasser aus Eis gewinnt. Er antwortet auf den Hilferuf eines havarierten Kreuzers, auf dem Julie Mao unterwegs war, und untersucht das Wrack. Dann überschlagen sich die Ereignisse und Holden und drei Kameraden überleben die Zerstörung mehrerer Schiffe, auf die sie sich flüchten müssen – und landen letztlich auf dem Außenposten Eros. Dort begegnen sie Miller.
Dieser Handlungsstrang erinnert an „Battlestar Galactica“, die Serie, die uns wild durchs Weltall jagte.

Das Kernteam im All: Dominique Tipper als Naomi, Wes Chatham als Amos, Cas Anvar als Alex, Steven Strait als Holden — (Foto: Kurt Iswarienko/Syfy).

 

Plot 3: Die irdische Diplomatin Chrisjen konferiert mit den Marsianern und ermittelt, dass die Zerstörung der Schiffe, auf denen Holden sich befand, nur ein grausiges Ablenkungsmanöver waren. Im Hintergrund wird ein viel größeres Rad gedreht, eine Verschwörung um Wirtschaftsinteressen – und wahrscheinlich sind Aliens im Spiel!

2015 stellten die Macher THE EXPANSE auf der Comic-Con in San Diego mit diesem Trailer vor.

Also: Diese Serie ist düster, komplex, brutal, dreckig und in gewisser Hinsicht absolut realistisch! Mir gefällt, dass sie in Staffel eins eben noch ohne Aliens auskommen. Es gibt Hinweise auf einen außerirdischen Werkstoff oder Virus, doch wo der herkommt, bleibt noch im Dunkeln.

THE EXPANSE präsentiert eine Zukunft, in der die Menschheit sich (wie üblich) selbst das Leben zur Hölle macht. Politische Intrigen, kapitalistische Interessen, mediale Aufregung sind die bestimmenden Themen. Dazwischen werden unsere Figuren hin- und hergeschleudert, von denen einige auch bald das Zeitliche segnen. Die Serie reißt einen hinein, ich finde es packend, wie authentisch THE EXPANSE rüberkommt.

Meine Hochachtung, das hätte ich dem Genre nicht mehr zugetraut!

 

Und zum Schluss noch nen Trailer, yay!

Wenn ich’s recht verstehe, ist Staffel zwei gerade fertig, Staffel drei in der Mache. Bin sehr gespannt, ob sie das hinkriegen. Nach der Eins ist man heiß auf Zwei. Wehe, ihr enttäuscht mich!

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